Unisex-Tarife: Das ändert sich ab dem 21. Dezember

FinanceScout24

02.11.2012

Unisex Tarife

Verbraucher fühlen sich über die Unisex-Tarife unzureichend informiert: Wann sollen sie die Versicherung wechseln oder neu abschließen? Hier gibt es alle Informationen zur Neuregelung und Tipps, wie Versicherte garantiert den günstigsten Tarif finden.

Für alle Versicherten rückt ein wichtiger Stichtag immer näher: Am 21. Dezember 2012 werden die sogenannten Unisex-Tarife eingeführt. Von diesem Zeitpunkt an zahlen Männer und Frauen für dieselben Versicherungsleistungen immer dieselbe Prämie. Hintergrund: Der Europäische Gerichtshof hat entschieden, dass es sich bei unterschiedlichen Tarifen abhängig vom Geschlecht um eine unzulässige Diskriminierung handelt.

Wichtige Informationen für Versicherte

Doch obwohl alle Versicherten von den Unisex-Tarifen betroffen sind, fühlt sich die große Mehrheit laut einer aktuellen TNS Infratest-Umfrage nur unzureichend über die Veränderungen informiert. Wer profitiert von welchem Unisex-Tarif und wer sollte wann die Versicherung wechseln? Der folgende Überblick klärt alle Fragen.

So hat die MLP Finanzberatung die Policen, bei denen ein Unisex-Tarif zu Veränderungen führen wird, im Einzelnen geprüft. Das Ergebnis lässt eine klare Tendenz erkennen: In vielen Fällen zahlen Männer in Zukunft einen höheren Beitrag, gelegentlich aber auch Frauen. Für die Prämie ist zudem entscheidend, in welche Altersgruppe der Versicherte fällt.

Unisextabelle

Private Krankenversicherung

Männer, die planen, in die private Krankenversicherung zu wechseln, sollten am besten noch vor Einführung der Unisex-Tarife einen PKV-Vergleich durchführen. Nach dem Stichtag erwarten junge Männer Preissteigerungen von durchschnittlich 25 Prozent, für Versicherte Mitte 40 sind es immerhin noch etwa elf Prozent. Frauen der entsprechenden Altersgruppen können sich im Gegenzug auf Einsparungen von fünf beziehungsweise zwei Prozent freuen. Sie waren bislang benachteiligt, da sie statistisch gesehen häufiger zum Arzt gehen.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Männer sind zwar häufiger physischen Anstrengungen und Gefahren ausgesetzt, bei Frauen ist jedoch das Risiko einer psychischen Erkrankung höher. Aus diesem Grund haben sie bislang bei der Berufsunfähigkeitsversicherung mehr gezahlt und werden auch in Zukunft lediglich bis zu zwei Prozent sparen. Junge Männer müssen sich dagegen auf Preiserhöhungen von circa acht Prozent einstellen, Mittvierziger zahlen etwa zwei Prozent mehr. Einen umfassenden Überblick über die individuell besten Angebote verschafft ein Berufsunfähigkeitsversicherungsvergleich.

Risikolebensversicherung

Die Risikolebensversicherung bietet Männern dank der neuen Unisex-Tarife ein großes Einsparpotenzial: Ihre höhere Gefährdung wird ab dem 21. Dezember nicht mehr relevant sein, sodass ihre Beiträge um etwa sieben bis neun Prozent sinken werden. Frauen dagegen müssen je nach Alter mit einem deutlichen Prämienanstieg rechnen: Mit Mitte 20 zahlen sie rund 70 Prozent mehr, mit Mitte 40 sind es immerhin noch etwa 47 Prozent. Die besten Tarife lassen sich vor und nach dem Stichtag per Risikolebensversicherungsvergleich finden.

Zahnzusatzversicherung

Ähnlich wie die private Vollversicherung ändern sich auch Krankenzusatzversicherungen in ihrer Preisstruktur: Frauen werden mit einem Unisex-Tarif für die Zahnzusatzversicherung rund vier Prozent niedrigere Beiträge zahlen, für Männer steigen die Prämien dagegen je nach Alter um etwa 15 bis 18 Prozent. Bisher konnten Letztere sich über niedrigere Kosten freuen, weil sie die abgedeckten Leistungen im Schnitt seltener in Anspruch nehmen. Angebote mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis lassen sich jederzeit über den Zahnzusatzversicherungsvergleich finden.

Rentenversicherung

Bei der privaten Rentenversicherung waren Frauen bisher aufgrund ihrer längeren Lebenserwartung preislich im Nachteil. Mit Einführung der Unisex-Tarife dürfen sie auf Einsparungen um die zwei Prozent hoffen, während Männer etwa sechs bis acht Prozent mehr zahlen werden. Einzig bei der Riester-Rente gilt der Unisex-Tarif bereits seit 2006. Verbraucher können per Riester-Rechner ermitteln, welche Möglichkeiten ihnen diese Vorsorgevariante bietet.

Pflegerente

Die private Pflegerente ergänzt die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung und entspannt so im Ernstfall die finanzielle Situation. Bisher mussten Frauen aufgrund ihrer höheren Lebenserwartung mehr zahlen. In Zukunft dürften sie jedoch sechs bis sieben Prozent sparen, während männliche Versicherte mit einer Preissteigerung von bis zu 40 Prozent rechnen müssen. Der individuell beste Tarif lässt sich am einfachsten mit einem Vergleich ermitteln.

Kfz-Versicherung

Neben der Risikolebensversicherung wird in Zukunft schließlich auch die Kfz-Versicherung für Männer günstiger. Der klassische Termin zur ordentlichen Kündigung, der 30. November, ist zur Einführung der Unisex-Tarife zwar bereits verstrichen. Doch für alle männlichen Versicherten mit Sonderkündigungsrecht - etwa durch eine Preiserhöhung oder einen Schadensfall - kann es sich ab 2013 besonders lohnen, von diesem Gebrauch zu machen und die Versicherung zu wechseln. Ein Vergleich der Autoversicherung zeigt das Einsparpotenzial.

Außerdem gut zu wissen

Manche Versicherer bieten bereits jetzt Unisex-Tarife an - für alle, die ihre Versicherung wechseln oder neu abschließen wollen, lohnt es sich daher nachzufragen. Wer zufrieden mit seinem bisherigen Vertrag ist, braucht keine Veränderungen zu befürchten: Das neue Gesetz betrifft nur Neuabschlüsse. Allerdings haben die privat Krankenversicherten ein Wechselrecht, falls sie die Vorteile der Neuregelung nutzen wollen. Ob Unisex-Tarif oder herkömmlicher Vertrag, allen Verbrauchern steht nach dem Neu-Abschluss nach wie vor eine 14-tägige Widerrufsfrist zu, innerhalb derer sie zurücktreten können. Der Abschluss einer Renten- und Lebensversicherung kann sogar noch 30 Tage nach Unterzeichnung rückgängig gemacht werden.

Fazit

Wer vorhat, eine bestimmte Police abzuschließen oder die Versicherung zu wechseln, sollte sich unbedingt mit Hilfe der hier zur Verfügung gestellten Tabellen orientieren, ob dies für ihn vor oder nach dem 21. Dezember 2012 günstiger ist. Doch nicht jeder braucht alle Policen und drohende Preissteigerungen allein sollten nicht zum voreiligen Abschluss führen. In jedem Fall gilt es, sorgfältig die verfügbaren Tarife zu vergleichen und in erster Linie auf die Leistungen, danach erst auf den Preis zu achten.

Wie sinnvoll sind die Unisex-Tarife eigentlich? Eine Auseinandersetzung mit Hintergrund und Folgen im FinanceScout24-Blog.

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