Altersarmut: Frauen sind eher betroffen
Frauen geraten eher in Altersarmut als Männer – das ergibt eine Befragung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Vor allem in Ehen sorgen Frauen zu wenig selbst für das Alter vor, was spätestens im Falle einer Scheidung zu Problemen führt. Entscheiden Männer über die Finanzen, sind die Differenzen am größten.
Die Gefahr, in Altersarmut zu geraten, ist für
Frauen deutlich höher als für Männer. Zu diesem Schluss kommt eine
jetzt veröffentlichte Studie des Deutschen
Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), in der 7.200 Paare
befragt wurden. Das Kernproblem liegt nach Auffassung des DIW
darin, dass Frauen vor allem in Partnerschaften zu
wenige Maßnahmen einer individuellen
Altersvorsorge, wie der Riester-Rente,
treffen.
Scheidung lässt Risiko für Altersarmut
steigen
Eine Frau, die mit einem Mann zusammenlebt, besitzt im
Durchschnitt 33.000 Euro weniger als ihr Partner.
Aus diesem Grunde sollten Frauen frühzeitig für
den Lebensabend vorsorgen, um Altersarmut zu
vermeiden. Nicht zuletzt die steigende
Scheidungsrate ist ein Risikofaktor: Wird eine Ehe
aufgelöst, teilen die Geschiedenen in der Regel das in der Ehe
erworbene Vermögen auf. Männer haben häufiger schon vorher
Geld beiseitegelegt und sind daher weniger gefährdet, in
Altersarmut zu geraten, so die Auffassung des Deutschen Instituts
für Wirtschaftsforschung.
Wenn Männer entscheiden, ist die Ungleichheit
größer
Bei der Befragung aus dem Jahre 2007 unter 7.200 heterosexuellen
Paaren, deren Ergebnisse erst jetzt veröffentlicht wurden, kam
überdies heraus:
- In 52 Prozent der Fälle verfügen Männer über ein größeres Vermögen als die Frauen.
- Zu 19 Prozent besitzen beide Partner etwa gleich viel.
- In 29 Prozent der Fälle ist die Frau vermögender.
Besonders deutlich werden die Unterschiede dort,
wo der Mann in der Partnerschaft über das Geld
entscheidet. Allerdings ist in diesen Fällen laut
der Befragung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung auch
das Gesamtvermögen höher. Hat die Ehefrau das
letzte Wort über die Finanzen, fallen die Differenzen zwischen den
Partnern deutlich geringer aus.
