Stromnetze reichen nicht: Windparks abgeschaltet

FinanceScout24

05.12.2012

Schwache Stromnetze: Windparks abgeschaltet

116.000 Haushalte in Deutschland könnten ein ganzes Jahr lang mit Strom aus Windenergie versorgt werden, wenn die Stromnetze besser ausgebaut wären. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie aus Industriekreisen. Da die Betreiber von Windparks überschüssigen Strom nicht einspeisen dürfen, werden sie entschädigt – und die Verbraucher zahlen dafür.

Der Bau von Anlagen für erneuerbare Energien geht gut voran, sogar schneller als erwartet. Weil es in Deutschland aber an ausreichend ausgebauten Stromnetzen fehlt, werden viele fertige Windparks mittlerweile wieder abgeschaltet. Die Jahreswende 2012/2013 geht wegen der Anhebung der EEG-Umlage schon so mit rekordverdächtigen Erhöhungen der Strompreise einher - so aber wird es für die Verbraucher noch teurer. Bis zu 35 Millionen Euro zahlen Privathaushalte dafür, dass der Strom nicht ins Netz geht.

Menge nicht eingespeisten Stroms steigt deutlich
Eine Studie des Beratungsunternehmens Ecofys, die im Auftrag des Bundesverbandes Windenergie durchgeführt wurde, kommt zu dem Schluss, dass im Jahr 2011 407 Gigawattstunden Ökostrom verschwendet wurden - über 150 Prozent mehr als im Vorjahr. 116.000 Haushalte hätten ein Jahr lang mit dem Strom versorgt werden können, der absichtlich nicht eingespeist wurde.

Stromnetze schlecht ausgebaut
Schuld sind laut der vom Industrieverband beauftragten Studie die mangelhaften Kapazitäten der Stromnetze. Unterdessen werden immer wieder ganze Windparks abgeschaltet, um die Netzsicherheit durch zu hohe Einspeisungen nicht zu gefährden. Vor allem in Norddeutschland ruhen etliche Anlagen. Um dem entgegen zu wirken, soll der Bau sogenannter Stromautobahnen beschleunigt werden.

Verbraucher zahlen für Windpark-Abschaltungen
Wenn die erzeugte Energie nicht in die Stromnetze fließen kann, werden die Betreiber der Windparks entschädigt. Die Kosten dafür zahlen die Stromkunden, so sieht es das Gesetz vor. 2011 wurden 300 Prozent mehr Anlagen abgeschaltet als im Jahr zuvor, der Bundesverband Windenergie schätzt die entstandenen Ausfallzahlungen auf 18 bis 35 Millionen Euro. Die genauen Zahlen stehen jedoch noch nicht fest.

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