Stromnetze reichen nicht: Windparks abgeschaltet
116.000 Haushalte in Deutschland könnten ein ganzes Jahr lang mit Strom aus Windenergie versorgt werden, wenn die Stromnetze besser ausgebaut wären. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie aus Industriekreisen. Da die Betreiber von Windparks überschüssigen Strom nicht einspeisen dürfen, werden sie entschädigt – und die Verbraucher zahlen dafür.
Der Bau von Anlagen für erneuerbare Energien
geht gut voran, sogar schneller als erwartet. Weil es in
Deutschland aber an ausreichend ausgebauten Stromnetzen fehlt,
werden viele fertige Windparks mittlerweile wieder abgeschaltet.
Die Jahreswende 2012/2013 geht wegen der Anhebung der EEG-Umlage
schon so mit rekordverdächtigen Erhöhungen der Strompreise einher - so
aber wird es für die Verbraucher noch teurer. Bis zu 35 Millionen
Euro zahlen Privathaushalte dafür, dass der Strom
nicht ins Netz geht.
Menge nicht eingespeisten Stroms steigt
deutlich
Eine Studie des Beratungsunternehmens Ecofys, die im Auftrag des
Bundesverbandes Windenergie
durchgeführt wurde, kommt zu dem Schluss, dass im Jahr 2011
407 Gigawattstunden Ökostrom verschwendet wurden
- über 150 Prozent mehr als im Vorjahr. 116.000
Haushalte hätten ein Jahr lang mit dem Strom versorgt
werden können, der absichtlich nicht eingespeist wurde.
Stromnetze schlecht ausgebaut
Schuld sind laut der vom Industrieverband beauftragten Studie die
mangelhaften Kapazitäten der Stromnetze.
Unterdessen werden immer wieder ganze Windparks
abgeschaltet, um die Netzsicherheit durch zu hohe
Einspeisungen nicht zu gefährden. Vor allem in Norddeutschland
ruhen etliche Anlagen. Um dem entgegen zu wirken, soll der Bau
sogenannter Stromautobahnen beschleunigt
werden.
Verbraucher zahlen für
Windpark-Abschaltungen
Wenn die erzeugte Energie nicht in die Stromnetze fließen kann,
werden die Betreiber der Windparks
entschädigt. Die Kosten dafür zahlen die
Stromkunden, so sieht es das Gesetz vor. 2011 wurden 300
Prozent mehr Anlagen abgeschaltet als im Jahr zuvor, der
Bundesverband Windenergie schätzt die entstandenen Ausfallzahlungen
auf 18 bis 35 Millionen Euro. Die genauen Zahlen stehen jedoch noch
nicht fest.
