Energiewende: Versorgungssicherheit fraglich
Laut einem neuen Gutachten sind die Versorgungssicherheit und der langsam vorangehende Ausbau der Stromnetze große Probleme, mit denen die Energiewende in Deutschland zu kämpfen hat. Die Bundesregierung stellt hingegen die Erfolge bei dem Mammutprojekt in den Vordergrund und verweist auf wichtige Fortschritte wie die Energieeffizienz.
Der Ausbau der Stromnetze geht in Deutschland
schleppend voran, die Versorgungssicherheit ist
nicht gewährleistet. Einem Gutachten der Kommission zur
Überwachung der Energiewende zufolge ist die Umsetzung des
Projektes fragwürdig. Allein am erhöhten Anteil von Ökostrom könne der Erfolg
nicht gemessen werden, so das Urteil. Bei den erneuerbaren Energien
sei die Gesamtentwicklung insgesamt aber durchaus
erfolgreich, stellen die Experten fest.
Steigende Preise und Verschwendung von
Mitteln
Problematisch ist laut der Kommission neben der
Versorgungssicherheit und dem langsamen Netzausbau ebenfalls, dass
die Endverbraucherpreise für Strom überproportional
ansteigen. Diese könnten zu einer "Verschärfung
von Verteilungskonflikten" und "Ausweichreaktionen der Verbraucher"
führen, wie es in dem von der "Welt" zitierten Dokument heißt. Ein
weiteres Problemfeld sei der verschwenderische
Umgang mit Mitteln seitens der Bundesregierung, der die
Energiewende wenig effektiv mache.
Gegendarstellung: Der Monitoring-Bericht
Im Gegenzug hat die Bundesregierung selbst einen sogenannten
Monitoring-Bericht erstellt. In diesem stellt sich
die Sache erwartungsgemäß positiver dar: 160
Maßnahmen seien in der kurzen Zeit bereits auf den Weg
gebracht worden, beispielsweise bei Planungs- und
Genehmigungsverfahren zum Netzausbau. Die
Energieeffizienz sei im Jahr 2011 deutlich
gestiegen und der Stromverbrauch in Deutschland
trotz Wirtschaftswachstum um 4,9 Prozent gesunken, heißt es.
Windsammelschiene eröffnet
In einer symbolischen Aktion hat Bundeskanzlerin Merkel kürzlich
in Schwerin eine Stromtrasse nach Hamburg
eröffnet. Die "Windsammelschiene" soll die Lücke im
Stromnetz zwischen dem Großraum Hamburg und
Nordostdeutschland schließen. Der Windstrom von
Nord- und Ostsee werde somit
besser verteilt, was der Versorgungssicherheit zugutekommen
soll.
