Bausparverträge auflösen oder Tarifwechsel?
Alte Bausparverträge mit hohen Zinsen kommen die Bausparkassen teuer zu stehen. Deshalb würden die Gesellschaften ihre Kunden gern zu einem Tarifwechsel überreden. Doch selbst wenn die Bausparkasse einigen Druck ausübt: Für die Sparer zahlt sich eine Vertragsumwandlung in der Regel nicht aus. So lange es geht, sollte der Altvertrag behalten werden.
Unter dem historisch niedrigen Zinsniveau
leiden nicht nur Verbraucher, die ihr Geld in Tagesgeld oder Festgeld angelegt haben. Auch
die Bausparkassen haben Schwierigkeiten mit ihren Erträgen. Deshalb
schreiben derzeit viele Institute ihre Kunden an, um sie zu einem
Tarifwechsel bei den
Bausparverträgen zu überreden oder sie ganz aus
dem Segment zu drängen. Denn da die alten Tarife viel höhere Zinsen
bieten als heutige, sind sie den Bausparkassen ein Dorn im
Auge.
Bausparverträge mit außergewöhnlichen
Zinsen
Vier bis fünf Prozent Zinsen erhalten Sparer bei Bausparverträgen,
die vor mehreren Jahren abgeschlossen wurden. Mit
zweifelhaften Anschreiben würden die Bausparkassen
ihre Kunden gern zu einem Tarifwechsel überreden, um die lukrativen
Bausparverträge nicht mehr bedienen zu müssen. Beispielsweise regen
die Gesellschaften dazu an, sich einen langgehegten Traum zu
erfüllen. Experten raten deutlich davon ab, sich zu einem
Zugriff auf den Bausparvertrag überreden zu
lassen. Denn wer sich Geld davon auszahlen lässt,
verzichtet auf außergewöhnlich gute Zinsen.
Konditionen werden beim Tarifwechsel nicht
besser
Bei einer Vertragsumwandlung bieten die
Gesellschaften günstigere Darlehen, aber ebenso schlechtere
Einlagenzinsen an. Die Vermittler der Neuverträge erhalten
Provision, weswegen sie gerne Druck ausüben. Den Bausparvertrag
kündigen dürfen die Bausparkassen indes nur, wenn
die angepeilte Sparsumme zu 100 Prozent erreicht ist. Ab dann ist
der Zweck des Vertrages - die Baufinanzierung -
erfüllt, mit dreimonatiger Frist kann er aufgelöst
werden. Wenn die Bausparkasse bereits nach 40 oder 50 Prozent des
Sparzieles auf eine frühzeitige Zuteilung des
Altvertrages drängt, muss der Kunde dies nicht annehmen.
Stattdessen kann er weiter einzahlen und von den hohen Zinsen
profitieren.
